Unterwasserwelten Camp 2018 – Plastik Edukation – Tag 1 bis 3

Tag 1/10  im Unterwasserwelten Camp – Ankommen im Alten Klostergarten, Ettenheimmünster

Campteilnehmer* Unterwasserwelten Camp 2018, Tanja, Manu, Nico, Kathrin, David, Mara (Fundraiser und Contenblogger), Giulia, Henrike, Esther, Sophie (Co-Campleiter, Alumni Unterwasserwelten 2017), Oli (Co-Campleiter, Alumni Unterwasserwelten 2017), Maxi, Daniel (Initiator Unterwasserwelten) und Johannes

Am 25. Juli hat das Unterwasserweltencamp begonnen und 10 Teilnehmer*, 2 Film- und Fotospezialisten, 1 Campleiter, 2 Co-Campleiter aus dem Unterwasserwelten Camp 2017, 2 Küchenprofis und ein Contentblogger sind für 10 Tage nach Ettenheimmünster auf das Gelände im Alten Klostergarten zwischen Freiburg und Offenburg gezogen.

Unterwasserweltencamp in Ettenheim am Alten Klostergarten
Ettenheim am Alten Klostergarten

Das Gelände wird von der Mantis e.V. dem Verein für Umwelt, Bildung und Begegnung seit Oktober 2017 gepachtet und eignet sich perfekt um seine Zelte aufzuschlagen.

Zeltaufbau Johannes und Manu für das Unterwasserwelten Camp 2018
Zeltaufbau Johannes und Manu

Am ersten Camptag hatten wir Besuch von Conny Ghodes von PADI, einem amerikanischen Unternehmen, das weltweit Taucher ausbildet. Wer das Camp als Freitaucher mit Tauchschein (Brevetierung) abschließen will, muss vorher einige praktische Übungen (Skills) unter Wasser absolvieren und einen Test von PADI bestehen. Als wir die erfahrene ehemalige Tauchlehrerin und Tauchschulleiterin Conny zum Ende ihres Vortrages mit Fragen überhäuften erzählte sie, wie unschön ihre ersten Taucherfahrungen waren. Sie erzählt, wie sie ihre Hürden erst mit der Zeit hinter sich lassen konnte. Mit der Erfahrung, sagt sie, hatte sich ihre anfängliche Angst in Faszination verwandelt. Früher war sie noch felsenfest davon überzeugt, dass sie niemals einem Hai unter Wasser begegnen wolle. Später dann beim Fotografieren unter Wasser, erzählte sie, konnte sie dann nicht nah genug an Haie heranschwimmen, um ein gutes Foto zu schießen.

Conny Ghodes Regional Mager Süddeutschlan von PADI beim Unterwasserweltencamp

„Man sieht immer mehr Plastik und weniger Fische“

Wenn Conny von ihren zahlreichen Tauchgängen erzählt, dann kann man ihre Begeisterung für die Unterwasserwelt spüren. Zum Schluss ihres Vortrags erzählte sie aber auch, dass sich in den letzten 30 Jahren viel verändert hat. Bei den Tauchgängen sieht man immer weniger Fische und leider immer häufiger Plastikmüll, der sich in den Tiefen der Meere ansammelt und oft an der Oberfläche zunächst nicht zu sehen ist. Es sind Taucher gewesen, die schon vor Jahren von der Vermüllung der Ozeane gewarnt haben. Von ihren Tauchgängenfischten sie mmer wieder Plastik aus den Meeren und entsorgten diesen fachgerecht an Land. Seit Jahren organisieren Taucher immer wieder Beach Clean Up‘s und räumen vermüllte Strände auf, um zu verhindern, dass immer mehr Müll in die Meere gelangt. Denn dort wird besonders Plastik zum Problem für zahlreiche Lebewesen! An Plastikteilchen sammeln sich Mikroorganismen, die gut riechen und vortäuschen nahrhaft zu sein. Eine tödliche Verwechslungsgefahr.

Plastik vermeiden um Tiere zu schützen
Die unveränderten Mageninhalte eines toten Albatross-Jungen, mit Plastik-Treibgut, das dem Jungtier von seinen Eltern gefüttert wurde. Copyright Chris Jordan

Tag 2/10 im Unterwasserwelten Camp – Erste Freitaucherfahrungen  im Schimmbad werden gesammelt

Am nächsten Tag ging es in das Freibad Mach‘ Blau in Denzlingen. Dort lernten die Teilnehmer* die ersten Basics des Freitauchens von Daniel (PADI Freediving Instructor).

Unterwasserweltencamp 2018 beim PADI-Freitacuhkurs
Unterwasserweltencamp-Teilnehmer 2018 beim PADI-Freitauchkurs

Als erste grundlegende Disziplin des Freitauchens wurde Zeittauchen geübt. Dabei bleiben die Teilnehmer nahezu bewegungslos am Beckenrand mit dem Kopf unter Wasser und halten ihren Atem an. Währendessen blickt begleiten der Tauchbuddy jede Bewegung um sicherzustellen, das der Taucher noch bei vollem Bewusstsein ist und nimmt die Zeit. Grundsätzlich gilt: „Tauche niemals ohne Tauchpartner“.

Daniel und Johannes beim Zeittauchtraining

Dann stand das Streckentauchen, bei dem mit einem Atemzug in wenigen Metern Tiefe nach anfänglichem Druckausgleich, eine Strecke auf einen Atemzug getaucht wird.

Esther beim Streckentauchen

Tag 3/10 im Unterwasserwelten Camp – Freitauchen in den Tiefen des Apostelsees

Nachdem am Vortag die ersten Basics im Schwimmbad erlernt wurden, ging es an den nahegelegenen türkisblauen Apostelsee, um die Skills zu erlernen, die für den PADI-Freitauchschein Grundvoraussetzung sind. Dazu zählt zum Beispiel das Abtauchen am Seil auf 8 m Tiefe und das sichern einer Person, die in 8 m Tiefe das Bewusstsein verloren hat. Der Tauchneuling muss selbst eine Person in der Tiefe sichern, nach oben bringen und anschließend mit Blow-Tap-Talk (leichtes Anpusten, ins Gesicht klopfen und mit Namen ansprechen) wieder zum Atmen animieren:

„Sophie atmen!“.

Freitauchen und entspannen im Apostelsee

Esther erzählt begeistert von ihren Eindrücken: „Die Highlights meines Tages waren, dass ich eine Tiefe getaucht habe, die ich vorher nie geschafft habe. Außrdem habe ich einen Karpfen gesehen! Und die türkise Farbe des Wassers und dass es so klar ist gefällt mir super gut.“

Am Freitagabend rückte Daniel das Campthema Plastik bei seinem Vortrag „Plastik Edukation – Das Meer, das Plastik und die Lösungen“ in den Fokus der Teilnehmer*. Als Freitaucher bei Tauchgängen im Meer fernab von Zivilisation ist auch er statt Fischen oftmals Plastikteilen begegnet, die durch Meeresströmungen selbst die entlegensten Fleckchen Erde erreichen. Wie unangenehm ist es, wenn man an einem eigentlich wunderschönen Strand weit ab von Zivilisation Müll aus seinem Heimatland findet?

Plastik ist nützlich und schädlich

Eine der herausragendsten Eigenschaften von Plastik ist seine lange Haltbarkeit. Aber die Haltbarkeit, nachdem das Plastik, zum Beispiel als Einwegplastiktüte, ausgedient hat und im Meer gelandet ist, wird zum Problem. Bis zu 450 Jahre dauert es bis eine Plastiktüte im Meer abgebaut ist.

Das bringt mich zum Grübeln. Was passiert wenn ich mir also eine Plastiktüte schnappe, um damit meine Tomaten innerhalb von wenigen Minuten nach Hause zu transportieren? Ich rechne nach. 450 Jahre sind etwa 15 Generationen. Mit dieser einen Plastiktüte mache ich noch meinen Urururururururururururururenkeln zu schaffen. Das ist einfach nur absurd! Sofern ich meine Nachfahren in 15 Generation mit einer modernen Flaschenpost erreichen will, muss ich also mit Plastik auf Plastik schreiben. Aber welche Nachricht will ich Ihnen hinterlassen? „Es tut mir leid!“.

Plastikmüll mit Entschuldigung für Nachfahren! Plastikmüll vermeiden
Plastikmüll mit Entschuldigung für Nachfahren!

Es ist ein einfacher Grundsatz, dass das was wir als schön und nützlich empfinden einen Wert hat. Im besten Fall wollen wir diesen für uns, die Gemeinschaft und folgende Generationen erhalten. Aber wie wollen wir das schaffen in Anbetracht der vielen Umweltprobleme, die vor uns liegen?

Einfach gesagt: Weil Daniel die Unterwasserwelten dieser Welt liebt, will er diese erhalten und schützen. Als Freitaucher will er diese besonderen Welten anderen näher bringen und sie für diese sensiblen Ökosysteme begeistern. Die Unterwasserweltencampteilnehmer 2018 haben nun die Chance als Freitaucher die Seen in unserer Ungebung kennen zu lernen und was sie dort erleben mit anderen zu teilen! Zum Beispiel mit der Hilfe von Unterwasserfilm- und Fotografie…

To be continued!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.