Nikolaj erzählt vom Unterwasserwelten Camp

Nikolaj, erzähle uns doch bitte kurz etwas zu dir…
Mein Name ist Nikolaj Marggrander und die Unterwasserwelt fasziniert mich weil sich einem unter der Wasseroberfläche eine sonst verborgene Welt der Ruhe, Schwerelosigkeit und atemberaubender Schönheit offenbart. Gleichzeitig fasziniert mich, dass man in dieser Welt frei ist und gefangen zugleich: Man kann sich völlig schwerelos und frei bewegen und dabei die Unterwasserwelt wie ein Vogel fliegend erkunden – doch man ist gleichzeitig gefangen in den eigenen körperlichen Grenzen und kann nur mit einer Lunge voll Luft als Proviant für eine kurze Reise durch diese Welt schweben.

Nikolaj beim Zeittauchen.

Wie hast du vom Unterwasserwelten Camp 2017 gehört und warum hast du dich beworben?
Ein Kumpel von mir, hat mich auf das Projekt aufmerksam gemacht, nachdem er über einen Emailverteiler der Uni Freiburg davon erfahren hat. Weil er von meiner Begeisterung fürs Freitauchen wusste, hat er die E-Mail an mich weitergeleitet und ich konnte kaum glauben was ich da lese! Natürlich habe ich mich sofort beworben, denn neben dem Freitauchkurs stand ja auch ein vielfältiges Repertoire an Foto-, Film-, und Storytellingworkshops und vielen anderen interessanten Inputs wie zum Beispiel Vorträge über Süßwasserökologie, auf dem Programm.

Mit was für Gefühlen oder Gedanken bist du in die Unterwasserwelten Woche gestartet?
Zu Anfang war ich voller Vorfreude auf den bevorstehenden Freitauchkurs, aber natürlich auch etwas nervös ob ich das alles schaffen würde. Ich hatte Respekt vor dem tiefen und trüben Wasser in Baggerseen aber freute mich auch auf die Herausforderung. Außerdem war ich natürlich gespannt, was ich alles für Leute treffen würde und ob die Gruppendynamik passen würde.

Die Teilnehmer des Camps beim Tieftauchtraining an der Boje.

Was hast du in der Woche gelernt?
Ach stimmt ja, das Camp war nur eine Woche! Angefühlt hat es sich wie zwei und ich habe in der kurzen Zeit so unglaublich viel gelernt, dass ich das hier unmöglich alles aufzählen kann. Alleine über das Wissen aus dem Freitauchkurs, den Storytelling- und Umweltworkshops oder zu den vielen wertvollen Tipps über Film und Fotografie, könnte ich stundenlang erzählen. Und was habe ich sonst gelernt? Dass die anfängliche Furcht vor bodenlosem, trüben Baggerseewasser völlig unbegründet ist, dass unter der Oberfläche von „langweiligen“ Seen eine wunderschöne Welt auf ihre Entdeckung wartet, und dass man beim Freitauchkurs (abgesehen vom Wasserdruck in der Tiefe 😉 ) überhaupt nicht unter Druck gesetzt wird, da es vielmehr um Ruhe, Entspannung und Genießen geht, als darum Extreme auszureizen. Ich habe am eigenen Körper gelernt, dass eine Atempause völlig zwanglos möglich ist und man erstaunlich lange ohne Sauerstoff auskommt, wenn man sich auf den Moment konzentriert und völlige Ruhe im ganzen Körper ausbreiten lässt.

Wie hat dir die Atmosphäre im Camp gefallen?
Die Atmosphäre im Camp war genial! Sowohl die Teilnehmer des Camps als auch alle, die das Camp mitgestaltet haben, waren super interessante und freundliche Menschen. Das Lernklima war sehr entspannt, man hat sich nie davor gescheut Fragen zu stellen und selbst in 15 Metern Tiefe hat unser Tauchlehrer eine solche Ruhe ausgestrahlt, dass man sich immer sicher aufgehoben gefühlt hat.

Nikolaj (rechts) zeigt seine ersten Tauchaufnahmen.

Was ist deine schönste Erinnerung, wenn du auf das Camp zurückschaust?
Die Zeit im Camp war so intensiv und voller Erlebnisse, dass es schwerfällt, die eine schönste Erinnerung herauszupicken. Vielleicht das Gefühl, als ich zum ersten Mal in meinem Leben über 4 Minuten lang die Luft angehalten habe? Oder als ich mit nur einer Lunge voll Luft 15 Meter tief getaucht bin? Eigentlich sind das nur Errungenschaften, auf die ich im Nachhinein stolz bin, aber die wirklich schönen Erinnerungen liegen abseits der Grenzerfahrungen.
Ich glaube meine schönste Erinnerung ist der Anblick der Sonnenstrahlen, wenn man aus der Tiefe nach oben in den türkisen Schein aus Gegenlicht an der Wasseroberfläche blickt: Dort funkeln dann diese Schlieren, die glitzernd durch die Oberfläche dringen und einem fröhlich entgegen tanzen. Das Gefühl, wenn man von unten wieder nach oben schwebt, auf die Sonnenstrahlen zu, die einen zurück an die Oberfläche locken, die Ruhe und Schönheit des Moments, die Vorfreude auf den bevorstehenden ersten Atemzug – das ist einmalig!
Wie war für dich die Begegnung mit den anderen Teilnehmern und allen, die das Camp mitgestaltet haben?
Die Zeit im Camp war total harmonisch. Es hat von Anfang an mit allen Leuten Spaß gemacht und im Laufe der Woche wurde es eigentlich mit jedem Tag nur noch besser. Die Gruppendynamik war super und es war richtig spannend so viele interessante und inspirierende Leute kennen zu lernen.

Was würde das Camp im nächsten Jahr noch besser machen?
Ganz ehrlich: Da fallen mir nur belanglose Kleinigkeiten ein. Das Camp war spitze und ich würde es genauso nochmal machen. Vielleicht könnte es etwas länger als eine Woche sein. Länger tauchen können – wer will das nicht? 😉

Wenn dich jemand fragen würde, ober er sich für das Unterwasserwelten Camp bewerben soll, was würdest du ihr*m empfehlen?
Tief einatmen, Luft anhalten, und erst wieder atmen, wenn er/sie auf der Abenteuer Schwarzwald Webseite beim Unterwasserweltenprojekt auf „Bewerben“ geklickt hat!
Und ganz im Ernst: Ob du schon ein bisschen Erfahrung im Freitauchen hast oder nicht, solange du dich dafür interessierst und die heimische Unterwasserwelt aus einer völlig neuen Perspektive kennenlernen willst, ist das Camp genau das Richtige!

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